Goldenes Zeitalter

Heute schon Gold in der Hand gehabt? Mit großer Wahrscheinlichkeit: Ja. Im Smartphone.

Heute schon Gold gesehen? Möglicherweise auch: Ja. Einen Ehering. Ein Goldketterl. In einer Kirche.

Gold begegnet uns an vielen Stellen in unserem Alltag. In vielen Religionen ist der Glanz des Goldes ein Symbol für Gott und Gottesverehrung, auch bei uns.

Dagegen ist nichts einzuwenden – wenn das Gold aus einer guten Quelle kommt. Aber da liegt ein Problem: Der Abbau von Gold macht oft Menschen und Umwelt kaputt. Das hat auch Papst Franziskus in Laudato Si‘ gesagt. Eigentlich bräuchten wir ja kein Gold mehr abzubauen: es gibt schon genug über der Erde.

Was kann ich tun?

Mich und andere informieren, Handys ordnungsgemäß recyceln, an die Menschen denken, deren Mühe wir das Gold verdanken, das Gold in einer Kirche einmal mit ihren Augen anschauen. Und natürlich auch Augen auf beim Einkaufen: Wo lässt sich neues Gold vermeiden, z.B. durch Recycling? Aber auch Fair Trade-Gold kann ein Schritt sein…

Anneliese Herzig

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Reparieren lohnt sich

Schuhe reparieren klang für mich immer nach einer Sache aus der Zeit meiner (Ur-)Oma…

Bis nach vielen Jahren die Sohlen meiner Lieblingslederschuhe durchgelaufen waren… was tun – sie waren so gut eingelaufen…?

Ein Schuhgeschäft, welches selbst auch orthopädische Schuhe herstellt, war schnell gefunden und für wenig Geld die Treter neu besohlt.

Wiederum Jahre später beginnt sich eine Sohle vom Schuhrand zu lösen. Der erste Schuster meinte: „Des zahlt sie net aus.“

Doch schon beim zweiten Geschäft wurde ich sofort bedient und innerhalb einer Woche war alles wieder in Ordnung. Und die Schuhe halten seitdem auch schon wieder zwei Jahre!

Jakob Meierhofer-Wieser

Fasten heißt, bewusst Schnitzel essen

Im Mittelalter galt es als suspekt, wenn der Schlachter hinter verschlossener Tür arbeitete. Der „Knochenhauer“, wie er damals noch hieß, tötete und zerlegte die Tiere öffentlich. Die Kunden sollten sich direkt von der Gesundheit des Tiers überzeugen können.

Heute ist es umgekehrt. Je mehr Fleisch wir verzehren, desto weniger bekommen wir mit, wie die Tiere leben, womit sie gefüttert und wie sie geschlachtet werden. Das Endprodukt liegt in hygienisch in Plastik verpackt im Supermarktregal.

Österreich ist ein Land der Fleischtiger. Durchschnittlich 100 kg Fleisch landen jedes Jahr auf dem Teller. Das ist viel zu viel, ungesund, schlecht fürs Klima – aber vor allem schlecht für die Bauern. Um solche Fleischmassen auf die Teller zu bekommen braucht es keine kleinbäuerlichen Familienbetriebe, es braucht eine auf Produktionssteigerung ausgerichtete Agrarindustrie.

Es braucht riesige Sojaplantagen in Brasilien, damit unsere Schweine genug zu fressen haben. Für deren gigantischen Flächenbedarf werden Bauernfamilien mit Gewalt von ihrem Land vertrieben.

Bei uns regelt der Markt das subtiler: Kleine Familienbetriebe können mit Großbetrieben nur selten konkurrieren und geben auf. Jeden Tag machen sechs Höfe dicht.

Wenn jeder Biss ins Billig-Schnitzel zum weltweiten Bauernsterben beiträgt, könnte mein Fastenvorsatz doch heißen: Ich wähle für den Sonntagsbraten was Feines vom Bauern meines Vertrauens, gekauft beim Fleischhauer im Ort. Sauteuer? Vielleicht, aber das kann ich mir leicht leisten, weil ich Montag bis Samstag fleischfaste.

Gut für meinen Körper, für die Umwelt – vor allem aber für unsere Bäuerinnen und Bauern. Weltweit.

Christian Herret

Einkaufen mal anders

Einkaufen und gleichzeitig auf die Umwelt zu achten ist oft gar nicht so einfach. Man muss sich tatsächlich wirklich gut auskennen mit „regional“, „saisonal“, „biologisch“ und wann was davon warum gerade besser ist. Denn oft entsprechen die vorhandenen Waren eben nicht all diesen Kriterien und wer nicht verzichten mag, muss Abstriche machen.

Einfach Bio

Für mich ist das wichtigste Kriterium beim Einkaufen das Bio-Siegel. Weil ich zusätzlich gerne auch die heimischen Bauern unterstützen möchte, bekomm ich mein Obst und Gemüse in der Bio-Kiste nach Hause geliefert. Ähnliche Alternativen zu den großen Supermarktketten sind Bauernmärkte oder der Ab Hof-Verkauf direkt am Bauernhof. Das Schöne dabei ist, dass man die Menschen, die die Lebensmittel angebaut haben oder die Tiere betreut haben, kennenlernt.

Text: Verena Korinek, Marie Mayrhofer
Fotos: Verena Korinek

Fastenzeit – ich brauch ein Flugverbot

Fliegen ist geil. Ich buche online zum Schnäppchen-Preis; gebe mit dem Gepäck alle Verantwortung ab. Stimmen aus dem Nirgendwo weisen mir den Weg zur Maschine, die mich kurze Zeit später wie durch Zauberhand an meinem Wunschziel wieder ausspuckt.

Was bleibt ist schlechtes Gewissen:  Fliegen ist Sünde pur, Top-Klimakiller. Ich sollte doch meinen Beitrag leisten, auf den Flug verzichten, sollte anderen durch mein Verhalten ein leuchtendes Beispiel sein.

 „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ sagt Mahatma Gandhi. Ehrlich gesagt: Der Satz klingt nach Werbeagentur. Er bürdet mir als Einzelnem die Lösung globaler Probleme auf. Das klingt nach einem gewieften Kunstgriff, der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik von ihrer Verantwortung reinwäscht.

Als vernunftbegabter Mensch weiß ich. Persönliche Freiheit hin oder her: Es gibt kein Menschenrecht auf einen Wochenendflug. Als einigermaßen selbstkritischer Mensch ist mir klar: An meine Vernunft zu appellieren ist zu wenig, ich brauche Vorschriften und Verbote. Klaren Regeln haftet auch etwas Befreiendes an: Ich bin nicht alleine für die Rettung des Planeten verantwortlich. „Engagier dich für Gesetze und Vorschriften, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ Hat weniger Sex-Appeal – aber könnte funktionieren.  

Christian Herret

Leichtes Gepäck

„Du siehst dich um in deiner Wohnung, siehst ein Kabinett aus Sinnlosigkeiten. Siehst das Ergebnis von Kaufen und Kaufen, von Dingen, von denen man denkt, man würde sie irgendwann brauchen.“
Silbermond – Leichtes Gepäck

Beate Hirt, Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt, hat eine tolle Andacht zum Song „Leichtes Gepäck“ von Silbermond verfasst.

Hört euch zuerst bewusst das Lied an, achtet auf den Text und lest euch anschließend ihre Gedanken zum Thema Konsum durch.

Hier gibt es den ganzen Text von Beate Hirt zum Nachlesen.

Hier die musikalische Begleitung „Leichtes Gepäck“ von Silbermond dazu.

Barbara Fontes

Aus alt mach neu

Den Kleiderschrank ausmisten! Eine Beschäftigung, die nicht jedem und jeder zusagt. Meist verbergen sich in den Tiefen des Kleiderschrankes nicht nur verborgene Schätze sondern auch so manche Fehlentscheidung.  Trotzdem kommen immer wieder Teile hinzu denn – Shoppen macht glücklich?

Das mag vielleicht kurzfristig so sein, aber muss es wirklich immer etwas Neues sein? Es gibt auch Alternativen, dieses positive Gefühl eines neuen Kleides zu erleben. Seht euch eure Kleidungsstücke an… aus welchem Kleid kann man mit Nadel und Schere vielleicht einen schicken Rock zaubern? Auf welche Hose könnte man coole Patsches aufnähen oder welche Jeans verwandelt man mit ein paar Schnitten zur neuen Hotpants?

Unsere Kleidungsstücke haben auch nach Jahren des Getragenwerdens oder Umherhängens noch Potenzial und sind veränderungswillig. Schnappt euch eine Schere, Nähmaschine und legt los. Und freut euch über das Ergebnis und neue Sachen für den Kleiderschrank!

Text: Martina Erlacher
Fotos: Verena Korinek, jacqueline macou/Pixabay